Montag, 7. Dezember 2015

Bitte schickt mir doch Eure Pakete zu...

Hallo Ihr Färberinnen

Ich habe bisher erst von Katja und Saskia die Pakete erhalten. Deshalb wollte ich euch nochmal vorsichtig dran erinnern.
Wäre doch schön wenn wir das bis Weihnachten noch über die Bühne kriegen, sozusagen als Weihnachtsgeschenk.


Grüße
Stefan

Dienstag, 3. November 2015

Steckbrief Apfelbaumrinde

Apfel

Malus domestica

Gattung: Kernobstgewächse
Familie: Rosengewächse

 

Beschreibung: 

Die Arten der Gattung Äpfel (Malus) sind sommergrüne Bäume oder Sträucher. Sie sind meist unbewehrt. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die einfache Blattspreite ist oval bis eiförmig oder elliptisch. Die Blattränder sind meist gesägt, selten glatt und manchmal gelappt. Einige Arten bzw. Sorten werden wegen ihres purpurnen Laubes im Herbst geschätzt. Nebenblätter sind vorhanden, verwelken aber oft früh.(Quelle: Wikipedia.de)

Vorkommen und Standort: 
Apfelbäume werden in gemäßigten Breiten zur Gewinnung von Nahrungsmitteln oder zur Zierde angepflanzt. Für die Nahrungsmittelgewinnung in gößeren Plantagen oder in biologisch wertvollen Streuobstwiesen. Sie sind aber in fast allen Hausgärten vertreten, so auch die hier verwendeten Exemplare.
Verwendung:
Zum Anbau von Früchten, die wiederum zum Frischverzehr, als Lagerapfel oder in verarbeiteter Form konserviert werden können.

Verwendete Teile: 

Zum Färben wird die Rinde der Äste verwendet, der Farbstoff befindet sich in der Bastschicht.
Ich habe die Rinde im Frühjahr während des Baumschnitts geerntet und getrocknet.

Inhaltsstoffe: 

Die Farbstoffe in Apfelbaumrinde gehören zu den Flavonoiden. 

Färberezept(e):   

Vorüberlegungen: 

Ich habe bereits letztes Jahr mit Apfelbaumrinde gefärbt, diese habe ich gleich frisch verwendet. Diese Färbung war nach dem Rezept von Frau Fischer. In diesem Frühjahr habe ich die verschiedenen Fermentationen ausprobiert: zum Einen die verschiedenen Beiz- Fermentationen und auch die verschiedenen Färbemethoden, das Tauchen und trocknen als auch das Kochen in der Fermentationsflüssigkeit. Danach habe ich die Färbungen für einige Zeit dem Licht ausgesetzt, um auch eine Aussage über die Lichtechtheit zu gewinnen, sowohl im Bezug auf die Beizen als auch auf das Färbeverfahren.
Entschieden habe ich mich für 2 verschiedene Beizverfahren. In beiden Fällen habe ich mich schlussendlich zum Kochen in der Flüssigkeit entschieden.

Rezept 1: Nach Dorothea Fischer 

Vorbeize 14% Alaun, 1h gekocht, anschließend gespült.
Färbung mit 100% trockenen Rinden.
Die Rinde 2 Tage einweichen, 3h auskochen, abseihen und Rinde in Färbebeutel einbinden.
die Wolle des 1. Zug ohne Färbebeutel 1h kochen, den 2. Zug mit Färbebeutel ebenfalls 1h kochen, den 3. Zug mit frischem Färbebeutel 1h kochen, diesen kann man mit 3% Eisensulfat oder Eisenwasser zu moosgrün nuancieren.

Färbevorgang: 

Die Rinde habe ich knapp 2 Tage in Regenwasser eingeweicht. Sie begann schon zu fermentieren, es bildeten sich aufsteigende Gasbläschen. Die Rinde samt Einweichwasser kochte ich zwei Stunden.
Bei der Färbung wollte ich zwischen den einzelnen Zügen deutliche Unterschiede erzielen, deutlicher als ich das bei der Färbung letztes Jahr erreicht habe.
Deshalb habe ich den 1. Zug zusammen mit den Rindenteilen gefärbt. Ich habe auf das Einbinden der Rinde verzichtet, da ich bisher mit der Verwendung eines Färbebeutels immer fleckige Ergebnisse erzielt habe. Bei Rinde kann ich eine Kontaktfärbung machen, da sich die Rinden wieder herausschütteln bzw. herauslesen lassen.
Deshalb habe ich die Wolle mit den Rinden in den Topf geschichtet und für eine Stunde geköchelt und einige Stunden im Topf abkühlen lassen. Für den 2. Zug habe ich den Sud abgeseiht und die Wolle, ohne Rinden, ebenfalls eine Stunde gesiedet, anschließend über Nacht abgekühlt.
Ein 3. Zug ist möglich, damit habe ich eine nicht so geglückte Färbung überfärbt.

Die Wolle habe ich dann gewaschen und gespült, im letzten Spülgang mit einem Schuss Essigessenz verwöhnt.

Färbeergebnis:


Rezept 2: 

Beizen nach einer alten anatolischen Methode

ich habe dazu ja bereits im Frühjahr herumexperimentiert und die Ergebnissen hier zusammngefasst.
Auch die Lichtechtheit habe ich geprüft. Aufgrund dieser Ergebnisse, die ich genau so auch mit Apfelrinde erzielte, entschloss ich mich, die Wolle für den zweiten Teil meiner Färbungen mit fermentierendem Hirsemehl durchzuführen.

Gebeizt habe ich für diese Färbung mit 200% gärendem Hirsemehl. Die Gärung habe ich schrittweise in Gang gebracht, indem ich zuerst 50% des Trockengewichts der Wolle an Hirsemehl (175g) in Wasser aufgekocht habe und nach dem Abkühlen ein wenig Sauerteig zugesetzt. (Ich habe 5g  Roggensauerteig verwendet, den habe ich eh immer im Kühlschrank, aber auch flüssiger Sauerteig, wie es ihn zu kaufen gibt, ist geeignet.) Der Sauerteig sorgt dafür, dass die Gärung schneller in Gang kommt, kann aber auch weg bleiben. Nach 2 Tagen habe ich nochmals 50%= 175g Mehl aufgekocht, zu dem ersten Mehlbrei, der bereits blubberte, gegeben, ausreichend Wasser zugegeben und die Wollstränge eingelegt. Nach nochmals 2 Tagen habe ich nochmal 100%= 350g Hirsemehl genauso gekocht und abgekühlt zu der Wolle gegeben. Während der Fermentation fällt der pH- Wert auf 4.

Nach 14 Tagen habe ich die Hälfte für die weitere Färbung entnommen und seeehhhr gründlich gespült.

Fermentationsfärbung mittels kaltem Tauchen nach shades of lynx 

Diese Färbungen werden meiner bescheidenen Erfahrungen her immer relativ pastellig, egal wie ich die Wolle vorbereitet habe. Im genannten Blog wird gar nicht gebeizt. Letztlich war mir diese Färbung zu blass, um euch damit beeindrucken zu können und ich habe sie anschließend überfärbt.
Ich bin schon vor einiger Zeit auf diese spannende Färbemethode gekommen.
Die Basis bildet hier, dass sich andere Farben durch die Fermentation der Färbedrogen erzielen lassen. Ich habe damit dieses Jahr schon einiges ausprobiert, mal mehr, mal weniger erfolgreich.
Dazu werden die natürlichen Hefen, die sich überall und auch auf den Pflanzenteilen befinden zur Hilfe genommen. Die Farbdrogen werden mind. 14 Tage fermentiert. Die dabei entstehenden Gase müssen entweichen können. Man kann einen Behälter mit Gärröhrchen oder Gärglocke verwenden, durch den die entstehenden Gase entweichen können. Oder man nimmt einen verschließbaren Behälter und lässt die Gase 1x täglich manuell entweichen. (Schüttel und Zisch...) Ich habe den Kunststoffbehälter noch etwas zusammengedrückt, so dass für die Gase mehr Platz ist.
links die saure Lösung, so wie sie beim Fermentieren entstand,
rechts die mit Pottasche versetzte Lösung

Daraus werden 2 Färbelösungen hergestellt. ein Teil der Lösung bleibt so wie sie ist, durch die Fermentation fällt der pH- Wert auf 4, die andere Lösung wird auf einen pH- Wert von ca. 9-10, dazu habe ich Pottaschelösung verwendet. Dabei verändert sich die Farbe, wie man hier an den Proben gut sehen kann.






Färbevorgang:

Die Wolle wird für ca. 12 h in die saure Färbelösung gegeben, herausgenommen und getrocknet. danach kommt sie für 30 min in die basische Lösung, auch danach wird sie wieder getrocknet.
Die Wolle nach dem 4-maligen Tauchfärben
 etwas blass, nicht?
Nach jedem Bad muss der pH-Wert der Lösungen geprüft und neu eingestellt. Das Ganze habe ich 4x durchgeführt.
Dei Wolle sah danach ganz gut aus, sie hatte ein pastelliges Orange angenommen. Während des letzten Trocknens habe ich die Farbflotten weiterverwendet.
Leider konzentrierte sich die Farben beim letzten Trocknen am unteren Ende der Stränge. Das ließ sich auch nicht beim Waschen entfernen, das hat mich so geärgert und gestört, dass ich euch die Wolle so nicht zumuten wollte. Das ist mir bei meinen bisherigen Proben noch nicht passiert.

Färbung 1. Zug:

Bei meinen bisherigen Tests ist mir schon aufgefallen, dass die Farbe heiß gefärbt wesentlich intensiver wird, deshalb habe ich einen Zug heiß gefärbt. dazu habe ich beide Flotten der Tauchfärbungen zusammengeschüttet (pH- Wert 5), die Rinden dazugegeben, genauso die (nun 20 Tage) fermentierte und gespülte Wolle und habe das ganze eine Stunde gekocht und über Nacht abkühlen lassen.

Färbung 2. Zug:

Ich habe die Wolle der nicht zufriedenstellenden Tauchfärbung nochmals gefärbt, mit der Flotte der 1. Zuges, allerdings ohne Rindenteile. Und auch das habe ich wieder eine Stunde gekocht.

Die Wolle habe ich dann gewaschen und gespült, im letzten Spülgang kam ein Schuss Essigessenz dazu.

Färbeergebnis:


Ich habe an alle Stränge noch ein kleines Stück Wolle nach dem Beizen angebunden, so dass jeder ein ungebeiztes Pröbchen erhält:
Hier sind die ungebeizten Abbindegarne gut zu erkennen

Bezugsquellen:  

Apfelbaumrinde kann man in einschlägigen Internetshops kaufen. Aber wenn man einen Apfelbaum und dessen Pflegekraft kennt, ist es auch einfach und weniger mühsam als man denkt, die Rinde mit einem Sparschäler vom Holz zu trennen und zu trocknen. Ich habe auch schon gelesen, dass die geschredderten Zweige zum Färben verwendet wurden. Dann würde ich mich nur nicht so genau auf die Prozentangaben verlassen, da dann das nichtfärbende Holz auch Masse hat.

So, die Stränge sind etikettiert, liegen hier und warten auf bunte Geschwister! 

Viele Grüße!
Katja

Sonntag, 11. Oktober 2015

Hallo zusammen,

für mich ist die Pflanzenfärberei dieses Jahr weitgehend abgeschlossen.
Mir hat es sehr viel Spass gemacht, ich hab wahnsinnig viel gelernt.

Stefan, soll ich dir die Wolle schon schicken oder möchtest du sie lieber erst Ende Jahr, wenn alle fertig sind mit färben?

liebe Grüsse an alle
Sandra

Sonntag, 4. Oktober 2015

Riesenschachtelhalm

Der Riesenschachtelhalm (Equisetum telmateia) ist die grösste unserer einheimischen Schachtelhalmarten und somit nicht zu verwechseln. Er wächst im Wald (und bildet selber kleine Wäldchen); wird in der Regel bis 1.5 Meter hoch und mag nasse Füsse (darauf deutet auch sein Name hin: telematiaios bedeutet laut Wikipedia "Morast" auf griechisch). Gummistiefel können daher beim sammeln von Vorteil sein. 

Mir gefällt seine Symmetrie, er wächst sehr gleichmässig. Vorsicht beim pflücken; die Halme stützen sich gegenseitig und wenn ihr unvorsichtig seid, stürzen viele mehr ein, als sein muss. Allerlei kleine Spinnen und Käfer lieben den Riesenschachtelhalm als zu Hause, also besser abschütteln beim einpacken, sonst krabbelts nachher in der Wohnung...



Das Färben war ein ziemliches Abenteuer, weil ich ja schon einmal rot mit Riesenschachtelhalm gefärbt hatte, aber nicht wusste, von was es abhängt.

Ein Teil des Rätsels habe ich so entschlüsselt:
Riesenschachtelhalm färbt frisch einen rotbrauen Farbton, der aber stark variieren kann.
Wenn die frische Brühe zu lange (länger als eine Stunde) kocht oder auch nur steht (länger als über Nacht), verschwindet die rote Farbe und sie färbt nur noch gelb. Warum kann ich euch leider nicht sagen.


Getrockneter Riesenschachtelhalm färbt immer gelb.

Interessanterweise steht bei E. Prinz, dass er genau umgekehrt färbt: also gelb mit frischem Schachtelhalm und rot mit getrocknetem. Ein Druckfehler bei ihm oder ich liege falsch mit meiner Schlussfolgerung. 


Riesenschachtelhalm bleibt auch getrocknet sehr voluminös. Ich habe nicht mehr als die angegebenen Mengen in einen 10 Liter Topf hineingebracht. 
Schachtelhalm schwimmt beim kochen obenauf. Vorsicht, er hebt den Deckel! Vorsicht auch beim herunterdrücken, das Wasser schäumt dann über....

1. Färbung:
Gebeizt habe ich die Wolle mit 16% Alaun.
Trockengewicht der Wolle: 300 Gramm.
Gefärbt habe ich mit knapp 300 Gramm (also 100%)getrocknetem Riesenschachtelhalm, den ich zuvor über Nacht eingeweicht hatte. Ausgekocht 4 Stunden nach Dorothea Fischer.
Nach dem abkühlen habe ich die Wolle 1 Stunde gekocht und im Farbbad auskühlen lassen.

Das Ergebnis ist ein helles Gelb, das schnell zu Hellbeige verblasst.



2. Färbung:
Auch hier habe ich die Wolle wieder mit 16% Alaun gebeizt.
Trockengewicht auch hier: 300 Gramm.
Gefärbt habe ich diesmal mit gut 800 Gramm Riesenschachtelhalm. Das sind zwischen 200 und 300 %, aber diesmal mit frischem Riesenschachtelhalm.
Ich habe ihn eine Stunde gekocht und auskühlen lassen.
Dann habe ich die Wolle 1 Stunde darin gekocht. Dazwischen sind ca. 10 Stunden gelegen; über Nacht.

Das Ergebnis ist ein rötliches Braun.



Andere Versuche:
Ich habe letztes Jahr mit 3-4 Stängeln Riesenschachtelhalm ca. 30 Gramm Wolle teilweise gefärbt (dip-dye) und dabei einen Altrosa Farbton erhalten.
Die Wolle war ungebeizt, ich habe sie vorher in Wasser mit Weissweinessig eingelegt gehabt.



Beim experimentieren habe ich 50 Gramm Wolle (mit 16% Alaun gebeizt) mit ca. 800 Gramm frischem Riesenschachtelhalm gefärbt. Der Farbton war nur um wenig kräftiger als wenn ich 300 Gramm Wolle gefärbt habe.

Generell glaube ich, dass der Riesenschachtelhalm sehr schwach färbt und eher pastellige Töne hervorbringt.
Schon in den ersten Tagen verblassen die Farben enorm (ohne Zusatz von Licht). Nach einigen Wochen scheinen sie stabil zu bleiben.

Ich habe auch noch mit einem anderen Schachtelhalm gefärbt, den ich für den Wiesen-Schachtelhalm (Equisetum pratense) halte. 100 %ig sicher bin ich nicht, aber es ist definitiv kein Acker-Schachtelhalm.
140 Gramm getrocknetes Kraut gaben auf 50 Gramm Wolle (Beize:16% Alaun) einen moosigen Grün-Ton.


Der Schachtelhalm scheint auf den ersten Blick nicht zu den grossen Farbträgern zu gehören, aber ich finde ihn interessant, weil er nicht so leicht zu verstehen ist.

Liebe Grüsse,
eure Fawkes

Mittwoch, 16. September 2015

Stand der Färbungen

Hallo an alle!

Wie läuft es bei euch mit den Färbungen?

Ich habe mich ja für Apfelbaumrinde entschieden.
Ich würde gern 4 verschiedene Züge färben, wenn alles gut geht. Ich habe schon im Frühjahr experimentiert, erfolgreich Apfelbaumrinde fermentiert und 2 verschiedene Züge damit gefärbt. Ähnlich der Sauerkirschrinde, die ich ja schon in meinem Blog vorgestellt habe.

Dazu würde ich noch 2 Züge klassisch färben, demnach erhält dann jeder 4x 25g apfelgefärbtes Garn.

Ist das okay für euch oder ist die Menge pro Farbe dann zu wenig? (dann würde ich vermutlich das Fermentieren sein lassen.) Kommt ja immer drauf an, was daraus werden soll...

Ich würde gern demnächst beginnen. Denn der Abgabetermin am 31. Oktober rückt ja dann doch näher...

Seid Ihr noch alle dabei? Nach meinem Stand sind wir farbreiche Sieben.

Ich möchte nicht wieder nach dem Färben feststellen, dass die Teilnehmer entschwunden sind, das war leider letztes Jahr so und ich fand es schade!

Viele Grüße!

Katja

Donnerstag, 6. August 2015

Erste Vorversuche mit Basischen Farbstoffen, Pilzfärbertreffen

Weil mir am Rande der Pferdekoppel das giftige Schöllkraut entgegen wuchs, das denselben basischen Farbstoff "Berberin" wie die Berberitzenrinde enthält, habe ich ein paar Solarfäbungen auf SoWo durchgeführt.
links mit Alaunzusatz, rechts mit ca. 3% Eisensulfat
und hier nochmal im Detail.

Das macht Lust auf mehr und hat den Nebeneffekt, dass das Schöllkraut aus der Reichweite der Ponies entfernt wurde.
Normalerweise meiden sie es, aber man weiß ja nie...




Das angekündigte Pilzfärbertreffen im Segeberger Forst haben wir auf den 17.10. festgelegt.
Saskia

Samstag, 13. Juni 2015

Färbungen mit der blauen Klitorie

Blaue Klitorie?

Ja, die blaue Klitorie ist auch unter den Namen "Clitoria ternatea", Schmetterlingserbse oder Schamblume bekannt. Sie wächst hauptsächlich in Thailand und wird dort schon seit Jahrhunderten zum Färben von Speisen und Stoffen genutzt. Manchmal ist sie aber auch in unseren Breitengraden als Zierpflanze zu finden. Bekannt ist auch der blaue Tee, der aus dieser Pflanze hergestellt wird. Im thailändischen wird sie Anchan genannt.

Auffällig an dieser Pflanzen ist zum einen die blaue Blüte und die Form der Blüte. Schaut man sich die Blüte an, weiss man woher der Name kommt.

Bildquelle: www.wikipedia.de
Aber zum Eigentlichen....
Wie mittlerweile nicht anders zu erwarten enthält die Blüte neben verschiedenen Farbstoffen auch einen blauen Farbstoff. Welche das sind bin ich mir noch nicht sicher. Wenn jemand von euch Informationen dazu hat, würde ich mich freuen wenn er sie hier mitteilt. Jedenfalls reagieren sie auf unterschiedliche pH-Werte mit entsprechender Farbänderung. Bei neutralen und basischem Wert ergibt es einen blauen Farbton, bei saurem Wert einen violetten.



Ich habe mir die Mühe gemacht und mir ein paar getrocknete Blüten besorgt. Garnicht so einfach und günstig bei uns hier in Deutschland.

getrocknete Blüten der Clitoria ternatea
Die Blüten habe ich für eine Stunde ausgekocht und anschliessend abgeseiht. Der zurückgebliebene Sud hatte ein sehr tiefes Blau. Auf dem Bild kommt das trotz des weissen Hintergundes nicht wirklich zur Geltung.
Auffällig beim Auskochen war auch der Geruch nach Popcorn.

Färbesud, gewonnen aus der Clitoria ternatea

Gefärbt habe ich für 1 Stunde bei 90-95°C auf ein einfädiges weisses Wollgarn. 3 Färbungen wurden durchgeführt mit jeweils 100g Blüten auf 100g Wolle.
1 x ungebeizt, 1 x Alaunbeize (10% Kaliumaluminiumsulfat) und 1 x basische Alaunbeize (20% Kaliumaluminiumsulfat und 10% Natriumcarbonat).


Wer jetzt allerdings ein blaues Ergebnis erwartet, den muss ich enttäuschen. Wie erwartet hat die ungebeizte Wolle so gut wie keine Farbe angenommen, die alaungebeizte Wolle hat ein helles Grün angenommen und die basisch gebeizte Wolle ein Petrol.
Das passende Bild dazu werde ich noch nachreichen, da die Wolle zur Zeit noch trocknet. Außerdem habe ich noch einen 2.Zug im Färbebad mit jeweils einer Zugabe von 15% Kochsalz (bezogen auf das Trockengewicht der Wolle).

[edit]
Wie versprochen noch ein Bild von den fertig gefärbten Garnen. Da es immer zu Abweichungen in den Farbdarstellungen der einzelnen Bildschirmen kommt, habe ich eine RAL-Farbkarte genommen um die Farben zu beschreiben:
Von links nach rechts:
helles weissgrün (ungebeizt), dunkles blassgrün (Alaunbeize), resedagrün (basische Alaunbeize), ungefärbt, helles weißgrün (ungebeizt+Kochsalz), schilfgrün (Alaunbeize+Kochsalz), patinagrün (basische Alaunbeize+Kochsalz).
Mit dem petrol, wie ich weiter oben schon mal geschrieben hatte, wurde das nichts. Wie das halt so ist, wenn die Farbe sich noch ein wenig beim Trocknen ändert....
Die Geschichte mit dem Kochsalz habe ich gemacht, da ich auf den verschiedenen thailändischen Seiten immer wieder gelesen habe daß man Kochsalz zugeben soll. Was das bringen soll weiss ich auch nicht und bis auf die Färbung auf dem alaungebeizten Garn hat es auch nicht wirklich irgendetwas gebracht.
Aber ggf. ist das bei Färbungen auf pflanzlichen Fasern wieder anders.



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Zu guter Letzt habe ich aber noch eine Frage an euch:

Habt ihr (die Teilnehmer des Pflanzenfarben 2015 - Blogs) Interesse daran auch einmal mit der blauen Klitorie zu färben? Ich würde für jeden Interessenten von euch 200g getrocknete Blüten besorgen und auf meine Kosten zur Verfügung stellen. Färben könnt ihr dann damit wie und was ihr wollt. Die einzige Bedingung, die ich daran knüpfe ist, daß ihr mir anschließend ein Muster eurer Färbung zukommen lasst (bei Garn z.B. ein 2m Stück, oder bei Stoff ein Stück von 15x15cm) und das jeweilige Beiz und Färberezept hier für die Allgemeinheit zur Verfügung stellt.


Grüße
Stefan

Freitag, 5. Juni 2015

Probefärbung: Padouk

Als Teilnehmerin am diesjährigen Pflanzenfarben-Projekt habe ich mich für eine Färbung mit Padouk eingetragen. Padouk ist ein Holz, das ich in Form von feinen Spänen von einem Drechsler bekommen habe. Im Wikipedia-Eintrag zu diesem Holz gibt es keine Angaben zu Färbeeigenschaften, es wird jedoch die botanische Verwandtschaft zu Sandelholz erwähnt und von Sandelholz wissen wir, dass es färbt. Und ich wollte mich gern auf den Drechsler verlassen, der mir ja die Späne mit dem Hinweis "Damit kann man färben." überlassen hatte.

Von meinen Padoukspänen habe ich 30g abgezweigt, um eine Probefärbung durchzuführen. Die Späne sind kräftig weinrot und erinnern an die Farbe von Rotholz, mit dem ich bereits einmal gefärbt habe. Deshalb war ich davon ausgegangen, dass die Färbung in diese Richtung gehen würde. Aber meine erzielte Farbe ist die einer reifen Aprikose:



Ich habe 30g Späne ca. 6 Std. eingeweicht, 1 Std. ausgekocht, über Nacht auskühlen lassen und erst dann abgeseiht. Die Späne habe ich in einen Färbebeutel eingebunden. Er war bei allen drei Färbungen mit in der Flotte.

Ich habe allerdings nicht mit der Finkhofwolle gefärbt, sondern mit einer anderen etwas dünneren Schurwolle, die mit 10% Alaun und 7% Weinstein gebeizt war.

Im Bild sind drei 50g-Stränge zu sehen, die ich in drei Zügen gefärbt habe. Der erste Zug, unten im Bild, hat einen leichten Graustich, was womöglich daher rührt, dass die Flotte einmal mehrere Minuten während ich unaufmerksam war, zu heftig gekocht hat. Der zweite Zug, oben links, gefällt mir besser. Der Farbton ist praktisch gleich kräftig aber klar. Der dritte Zug ist dann eher hell ausgefallen (heller als auf dem Foto erkennbar) und leicht unregelmäßig, was wahrscheinlich durch den Kontakt mit dem Färbebeutel kommt, den ich zum Schluss nicht mehr ausreichend bewegt habe.

Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Ergebnis, zumal diese Aprikosenfarbe ein Farbton ist, den man nicht so oft erzielt - meines Wissens jedenfalls. Ich denke auch, dass meine Padoukspäne für die geplante Menge Wolle ausreichen werden.

Hintergrundinformationen über die Färbedroge gibt es später; vielleicht finde ich ja in der Zwischenzeit noch etwas mehr über Padouk heraus. Hinweise sind willkommen.


Donnerstag, 14. Mai 2015

Kaltbeize und Sonne?

Einige von euch haben doch sicher Erfahrung mit der Kaltbeize AL? Ich hab das Pulver hier, und würde es gerne mal ansetzen, frage mich aber, wie hitzebeständig das Zeug ist.
Ich habe einen Südbalkon, auf dem selbst die schattigste Ecke unterm Sonnensegel noch gut warm wird, den ich zum Färben vor allem benutze. Alternativ wäre noch der Keller möglich, aber eher unpraktisch (Mietshaus). Hat jemand Erfahrung, ob Sonnenlicht und Wärme der Beize schadet?

(PS: Und wie gestaltet es sich mit einer Indigoküpe unter den gleichen Bedingungen. Habe bei Nemo Ignorat die Indigokristalle mit dazubestellt, die liegen auch hier und warten.)

Freitag, 17. April 2015

Pilzfärbertreffen Herbst 2015

Wir planen ein Pilzfärbertreffen im Herbst 2015 in Norddeutschland.
Im Moment sind 2 Termine geplant:
1. Termin im Wald zum Färbepilzesammeln und zur Besprechung.
2. Termin an passender Location zum Färben mitgebrachter getrockneter oder frischer Pilze
Vielleicht gibt es hier ein paar Interessenten.

Sonntag, 29. März 2015

Färben mit blauem Mais?

Hat das schon mal irgend jemand probiert, oder hat irgend jemand Informationen zu? Und um das Ganze direkt weiter zu spinnen: es gibt ja diverse Maissorten in den unterschiedlichsten Farben. Was ist damit?
Der blaue Mais ist mir von mexikanischen Tortillas bekannt. Durch die Verwendung dieses Mais ergibt das ganz dunkle grau-blaue Fladen.


Stefan

Montag, 23. März 2015

Wie läuft es bei euch?

Der Oster-Run scheint vorbei zu sein und ich kann wieder etwas Luft holen.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, daß ich bisher zu nichts gekommen bin. Ich habe es noch nichtmal geschafft das Garn zu bestellen. Wie sieht es denn bei euch aus? Läuft alles, oder gibt es irgendwelche Probleme?


Stefan

Samstag, 31. Januar 2015

jetzt geht es los... ?

Der Januar zählt nun endlich seine letzten Minuten und deshalb sollten wir jetzt Nägel mit Köpfen machen.

Es sind keine weiteren Teilnehmer mehr dazu gekommen. Somit bleibt es bei den 6 Personen, welche aber auf die Gruppen verteilt sind.
Ich bin der Meinung, daß wir daher in allen Gruppen das gleiche Garn (?) zum Färben nehmen sollten und dann alle miteinander tauschen.
Das hieße im Klartext, daß jeder 2 Färbungen mit jeweils 300g färbt. Somit hat dann jeder nach der Tauschaktion 12 verschiedene Farben (Farbnuancen) je 50g in seinen Händen.
Ich werde wie auch in den letzten beiden Jahren für jeden noch ein Knäuel obendrauf legen. Welche Färbung das sein wird kann ich jetzt aber noch nicht sagen.

Wir sollten uns jetzt noch über das Garn einig werden. Das Thema wurde hier schon angesprochen.
Und ich würde noch gerne wissen womit jeder schlussendlich färbt, damit ich das aktuell halten kann. Eine unvollständige Übersicht gibt es hier.

Als Ende des Projektes 2015 peilen wir erstmal den 31. Oktober an. Bis dahin sollten die Färbungen fertig sein, die Steckbriefe zu den Pflanzen und die Rezepte zu den Färbungen hier im Blog online sein.

Wer Einwände hat möge sich bitte melden. Wer das hier nicht öffentlich schreiben möchte kann sich auch gerne per EMail an mich wenden.


Grüße
Stefan


(edit) 
Ich sehe gerade, daß Sandra und Johanna noch keine Autorenrechte haben. Ich habe euch eine Autoreneinladung zugeschickt. Diese müsst ihr annehmen, sonst funktioniert das nicht. Wenn es Probleme gibt, dann schreibt mich bitte an:
shop@pflanzenfaerber.eu

Samstag, 3. Januar 2015

ein paar Hölzer und Rinden zur Auswahl

Ich beginne hier mal mit einer Auswahl der Kandidaten, mit deren Hölzer oder Rinden gefärbt werden kann.

Apfelbaum (Rinde)
Berberitze (Rinde)
Birke (Rinde)
Blauholz (Holz)
Blutpflaume (Rinde)
Brasiliettholz (Holz)
Eberesche (Holz)
Eiche (Rinde)
Erle (Rinde)
Esche (Rinde)
Eukalyptus (Rinde)
Faulbaum (Rinde)
Gelbholz (Holz)
Hamamelis (Rinde)
Kirsche (Rinde)
Perückenstrauch / Fisetholz (Holz)

Pflaumenbaum (Rinde)
Poudak (Holz)

Quassiabaum (Holz)
Robinie (Holz)

Rotsandel (Holz)
Ulme (Rinde)
Weide (Rinde)

Diese Liste darf gerne von euch erweitert werden...


Grüße
Stefan